Montag, 11. Mai 2015

Schottland Tour - Tag 10: Vom Winde verweht

Ich dachte gestern schon, jetzt kann es eigentlich nicht mehr schlimmer werden was Regen und Wetter allgemein angeht, aber ich sollte mich täuschen. Das war heute so ziemlich das ekligste Wetter das ich auf dem Motorrad erlebt habe, knapp hinter dem Hagelschauer vor 2 Jahren, aber der hielt wenigstens nur Pi mal Daumen 30 Minuten an.

Heute kam ich schon nach den ersten 30 Minuten in einen Schauer der sich "gewaschen" hatte... das Wasser suchte jede Öffnung und binnen Minuten war ich komplett durchnässt, innen und außen. War natürlich sehr clever die Regenkombi im B&B zu lassen, sah ja erst nur nach ein paar Tropfen aus. Als wäre das noch nicht das schlimmste setzte ein Sturm ein mit Windböen um die 100 km/h (laut Wetterapp), ich dachte mich weht es vom Motorrad und gerade Strecken musste ich mit Schräglage fahren sonst läge ich jetzt im ein oder anderen Graben abseits der Straße.

 


Hab dann dennoch versucht ein gewisses Programm abzuspulen... Stornoway wollte ich sehen, Tanken und Öl nachfüllen musste ich sowieso, den Callanish Steinkreis, Dun Carloway und das Garenin Blackhouse Village. Insgesamt waren es schrecklich zu fahrende rund 200 km, da die Klamotten bis zur Ankunft im B&B natürlich nicht mehr trocken wurden.
Stornoway selbst war jetzt auf den ersten Blick auch nicht unbedingt das schönste Städtchen der Tour bislang, ein Versuch mich in einem Cafe aufzuwärmen scheiterte daran, das dort nur gefühlte 15° waren und keine Heizkörper an denen man die Klamotten hätte trocknen können.

 


Da es mit der Ungemütlichkeit nicht besser wurde bin ich also schnell weiter, erst zur Tanke und dann zum Steinkreis... mysteriös ist sowas ja schon, wieso die das vor 5000 Jahren angelegt haben.

 


Dun Carloway sind die 2000 Jahre alten Überreste eines schottischen Roundhouses in denen die Menschen auf den äußeren Inseln wohl gelebt haben, es hat einen Durchmesser von ca. 15 Metern und 3 Meter dicken Wänden die ohne Mörtel oder ähnliches gebaut wurden.


Das nicht weit entfernte Garenin Blackhouse Village habe ich mir erspart, dort waren gerade 2 Busse mit Touristen zu Besuch und außer älteren Menschen war nicht viel zu sehen.


Auf dem Heimweg kam ich erneut in einen Schauer der die letzten 50 km unerträglich machte und ich glaubte die Insel will mir damit einfach sagen, dass sie mich nicht mag... selbst eine heiße Dusche brachte erstmal keine Abhilfe und ganz sicher ob bis morgen wieder alles trocken ist bin ich mir auch nicht, etwas schlecht gelaunt machte ich mir langsam Gedanken was ich denn heute Abend noch essen will, noch einmal in die Motorradklamotten und nach Tarbert fahren, fiel raus... aber bei 2 Häusern pro Quadratkilometer wo soll da schon ein Restaurant sein... stellt sich dank Google Maps heraus, in 3/4 Meilen ist tatsächlich ein Cafe/Restaurant, quasi mitten im Nichts umgeben von 5-6 Häusern, das so ziemlich schönste Cafe, liebevoll gestalteter Atmosphere und sehr herzlichem Besitzer. Hätte ich das heute morgen schon gewusste hätte ich den ganzen Tag dort verbracht...


Zum Futtern gab es Macaroni & Cheese and Chips mit Knoblauchbrot und zum Desert einen Schokobrownie, ein angeblich typisch schottisches Essen und es schmeckte traumhaft! Etwas komisch waren die Pommes zu den Macaroni schon, aber die waren so lecker und knusprig, einfach echt lecker!

1 Kommentar:

  1. Armes Hascherl, dickes Bussi und eine warme Umarmung von Deiner Mom!

    AntwortenLöschen